Content der Zukunft

Interview mit Herrn Jörn Fahsel, Buchwissenschaften Erlangen

Content der Zukunft

Inken Pauli, Kommunikations-Manager von appsoft Technologies und Herrn Jörn Fahsel, Buchwissenschaften Erlangen trafen sich beim CrossmediaForum 2015 in München zu einem Gespräch.

Crossmedia
Foto: "Overhead of a essentials objects in a fashion blogger" Urheber: bonninturina, fotolia

Herr Fahsel, wie sieht der Content der Zukunft aus?

Der Content der Zukunft ist vorwiegend digitaler, vernetzter und intelligenter Content. Die zukünftigen Consumer nutzen neuste Technologien, sind mobil unterwegs und finden ihre Inhalte auf Plattformen wie Google, Facebook, iTunes, Foren etc. Sie gestalten die Inhalte durch Kommentare, Empfehlungen und Co-Entwicklungen erheblich mit und nehmen Einfluss auf das Produkt. Das Contentvolumen aber auch die Anzahl an Medienkanälen wird kontinuierlich zunehmen. Daneben wird der Content intelligent: Über Metainformationen und Terminologien wird der Content um kontextspezifische Information angereichert und kann damit zu individuellen bzw. kontextspezifischen Contentbündeln aggregiert werden. Somit wird aus "Big Content" ein "Smart Content".

Wie kann der Content der Zukunft "gemanaged" werden?

Um den voluminösen Content managen zu können, sind die Unternehmen schon heute auf eine hochleistungsfähige Technologie angewiesen. Ferner bedeutet dies, dass das CMS und dazugehörige Tools auf Single-Source bzw. Multichannel-Publishing ausgelegt sein müssen. Content, also alle Inhalte sollten so strukturiert sein, dass er einfach erstellt und dann plattformunabhängig für mehrere Medienkanäle verwendet werden kann. Eine Möglichkeit ist die Strukturierung der Inhalte im XML-Datenformat. Content -Management sollte durch webbasierte Tools unterstützt werden, um geografisch verteiltes Arbeiten zu gewährleisten. Bereits heute schreiben viele Wissenschaftler weltweit gemeinsam an Aufsätzen und in Bezug auf Verlage unterstützen viele externe Autoren die Medienhäuser und sind deutschland- oder sogar weltweit verteilt. Publishing-Plattformen, also CMS mit Fokus auf Publishing-Prozesse, müssen Workflow und die Kollaboration unterstützen. Beides gehört irgendwie zusammen, an einem kurzen Beispiel erläutert: Zunächst wird ein Content-Asset von einem oder mehreren Autoren geschrieben, geht dann weiter ans Lektorat und wird dort entweder freigegeben oder geht zurück zur Überarbeitung. Diesen Workflow abzubilden, Techniken für die Zusammenarbeit (Kollaboration) von Autoren und Redaktion, wie Kommentarfunktionen oder Änderungsnachverfolgungen zu unterstützen, halte ich für eine zentrale Funktion einer Publishing-Plattform.

Welches stellt die größte Herausforderung dar, das Content Management der Zukunft zu verwirklichen?

Wie erfolgreich ein Unternehmen sein wird und ob es seine Wettbewerbsvorteile sichern kann ist davon abhängig, wie gut es seine Inhalte "managen" kann. Oder anders ausgedrückt, wie gut die Technologie ist, die er einsetzt. Jedes Unternehmen muss für sich prüfen, welche IT-Umgebung für ihn Sinn macht, um sein Geschäftmodell am besten umzusetzen. Die größte Herausforderung einer Content Management-Software ist es, Hightech-Technologie mit Usability zu verbinden. Auf der einen Seite muss die Software leistungsfähig, flexibel und jederzeit erweiterbar sein. Auf der anderen Seite müssen Technologie-Laien damit arbeiten, Inhalte erstellen und bearbeiten. Dazu muss das Benutzer-Interface einfach und intuitiv zu bedienen sein.